Vesna Podrug. Kritiken

The Strad December 2002
Review CDs

In Memoriam Shostakovich 

Shostakovich Viola Sonata Kugel Suite in Memory of Shostakovich 

Michael Kugel (viola) Vesna Podrug (piano)

Extraplatte EX 525-2 *STRAD SELECTION - Recital disc*


Michael Kugel has become best known for his fire-eating virtuosity in pieces like the Bizet–Waxman Carmen Fantasy or Paganini's Carnevale di Venezia, which he performs on the viola at the original pitch (with, of course, some octave transpositions). This recording presents him in quite a different light, including as it does Shostakovich's last work alongside Kugel's own homage to the older composer. 
In his eloquent liner notes (excerpted from a forthcoming book on the valedictory viola works of Shostakovich and Bartók), Kugel interprets the Shostakovich Sonata as the composer's 'plea for forgiveness and reconciliation, leaving the world without bitterness or rancour'. Kugel takes a spacious view of the outer movements, which he characterises with a rainbow of tone colours, from an icy non-vibrato to the most hysterical outpourings of the cadenzas – his triple-stopping is amazing. In between, the Scherzo gallops on doggedly, fully in accord with Kugel's view of it as a danse macabre. 
Kugel wrote his Suite in Memory of Shostakovich while still living in the USSR, where he had to endure hardship and discrimination not unlike those suffered by Shostakovich himself. While never quoting the older man's music – except for the monogram D-S-C-H (D, E flat, C, B) which opens the work – Kugel successfully captures Shostakovich's very particular brand of sarcastic wit in movements like Waltz-Scherzo and Polka, as well as the bottomless melancholy of the Passacaglia (again based on Shostakovich's monogram). Needless to say, the Suite pulls every one of the viola's expressive registers and is ideally presented by its composer, himself faithfully supported by the excellent Vesna Podrug. 

Carlos María SOLARE

The Strad December 2002

Reviews CD’s

Music for Viola

Bach Chaconne Hindemith Sonata op.11 no.4 Paganini (trans. Kugel) Cantabile 
Bizet-Waxman (trans. Kugel) Carmen Fantasy Debussy (trans. Borisovsky) La fille aux cheveux du lin Debussy (trans. Strakhov) La plus que lente Shostakovich (trans. Strakhov) Preludes op.34 nos. 18, 15 & 24
Wladimir Kossjanenko (viola)
Vesna Podrug (piano)

EXTRAPLATTE EX 415-2

At the 1997 Tertis competition Wladimir Kossjanenko ‘set the place alight with his Bach Chaconne’, as Tully Potter put it in The Strad at the time. I was there too, and memories of that mesmerising performance were brought back by this CD. Kossjanenko (who was kicked out at the first round then) has developed into the very model of a modern Russian violist.
While not for Baroque fundamentalists, Kossjanenko’s Bach is admirably paced in one huge, monumental arch, with the various episodes nicely contrasted.
The Hindemith Sonata (the one original viola piece on this release, the title of which would never pass the Trades Description Act) comes over as a more substantial piece than is often the case, with both players really going for it – Vesna Podrug (Kossjanenko’s wife) registers as an equal partner on all levels.
A former student of Michael Kugel, Kossjanenko includes two of his transcriptions: Paganini’s Cantabile is quite straight (mostly an octave lower than the original) and shows off the player’s considerable bel canto qualities.
Kossjanenko’s rendition of the Carmen Fantasy may not quite have the devil-may-care virtuosity of Kugel’s own but as compensation you can hear every note. The transcriptions by Strakhov and Borisovsky make full use of the viola’s timbric and expressive arsenal, and the chances are greedily seized by Kossjanenko. The ethereal harmonics which start and end La fille aux cheveux du lin haunt the listener and, if La Plus que lente could waltz along more sleazily, the sardonic mood of Shostakovich’s Preludes is ideally cought.
I hope Kossjanenko will continue to explore Borisovsky’s arangements and transcriptions, which deserve to be much more widely known.

Carlos Maria SOLARE

GESPÜR FÜR DETAILS

Wladimir Kossjanenko und Vesna Podrug im Landshuter Salzstadel.

Landshuter Zeitung 23.09.2002

Die Viola, auch Bratsche genannt, führte lange Zeit ein Mauerblümchendasein unter den Instrumenten der Violinfamilie. Der Grund dafür war, dass die Bratsche nicht als vollwertiges Melodieinstrument gesehen wurde, sondern nur als eine Art harmonische Füllung zwischen der Brillanz der Violinen und der Bodenständigkeit der Bassgruppe mit Violoncello und Kontrabass. Selbst in den Streichquartettbesetzungen mussten die Viola-Spieler bis ins 19. Jahrhundert hinein nur sehr selten virtuosen Anforderungen gerecht werden. Erst mit der Epoche der Romantik begannen die Komponisten diesem Instrument mehr Aufmerksamkeit zu widmen und dadurch seine Eigenständigkeit zu fördern. Aber wenngleich es heute zahlreiche Solo-Kompositionen für die Bratsche gibt, sind Konzertabende mit diesem Instrument immer noch am Rande des alltäglichen Konzertbetriebs anzusiedeln.
Welches enormes Potential an Möglichkeiten und Klangfarben in diesem Instrument steckt, konnte man nun im Rahmen der Konzertreihe „Internationale Preisträger – junge Interpreten“ im Landshuter Salzstadel erleben, wo der Bratschist Wladimir Kossjanenko und seine Begleiterin am Flügel, Vesna Podrug, einen mitreißenden Konzertabend boten.
Bereits in Johann Sebastian Bachs G-Dur Sonate (BWV 1027) zeigte das Duo ein hervorragend abgestimmtes Zusammenspiel und begrüßenswert eigenständige Interpretationseinsätze, welche auf hochkarätige musikalische Persönlichkeiten hindeuteten.. So erfüllten die Ausführenden die ursprünglich für Gambe und Klavier geschriebene Sonate mit fesselndem emotionalem Gehalt, ohne dabei der Gefahr einer überzogenen Romantisierung der barocken Komposition zu erliegen.
Hervorragend aufgebauten Spannungsbögen mit der nötigen Aggressivität an den Schlüsselstellen zeigte das Duo in der Sonate in f-moll op. 120, Nr.1 von Johannes Brahms. Mit lyrischer Ausdruckskraft und angenehmem Vibrato gestaltete Wladimir Kossjanenko hier im zweiten Satz die Melodie. Sehr schön führte das Duo auch den Tanzcharakter des im Dreitakt stehenden „Allegretto grazioso“ aus. Paul Hindemiths nach der Pause folgende Sonate für Viola und Klavier op. 11, Nr.4 trägt zwar noch spätromantische Einflüsse, antizipiert teilweise aber auch schon den motorischen Vitalismus der späteren Werke. Auch hier entwickelten die Ausführenden viel Gespür für Details.
Was auf der Bratsche spieltechnisch alles möglich ist, zeigte dann Wladimir Kossjanenko in einer Bearbeitung von Henryk Wieniawskis „Variationen auf ein originales Thema“ durch Michael Kugel. Schon die schnell wechselnden Doppelgriffe in der Solo-Einleitung zeigten hier, wo es lang geht: Virtuosität war angesagt. Kossjanenko agierte bis in die quirligsten Läufe souverän und fügte dem ganzen noch eine persönliche Note hinzu.
Auch die beiden Zugaben – darunter eine Bearbeitung eines „Spanischen Tanzes“ von Manuel de Falla durch Michael Kugel – beeindruckten in außergewöhnlichem Maße. 

Stefan RIMEK

 

PANDÄMONIUM DER LIEBE

Nach der Premiere von Beethoven Opus 73 am 11 März 2000 in der Wiener Staatsoper

"... Beethoven ist präsent als glutvolles Orchester (Kevin Rodes), das mit dem Frauenwunschbild (die Klavierstimme der außergewöhnlichen Vesna Podrug) Zwiesprache hält"

Hansjörg Spies in der Kleinen Zeitung

 

REIFE LEISTUNG UND FRISCHER ELAN

"... Wie auch das Spiel der Pianistin Vesna Podrug, die mit Lizst und Debussy (L'isle joyeuese") aufhorchen ließ. Technisch perfekt und musikalisch eindringlich, war sie wohl kein Intermezzo"

Bernd Schmidt in der Kronen Zeitung am 29.10.1998

 

EIN BALLETT-ABEND VON FORMAT

"... Im Mittelteil des Abends werden zwölf Songs von George Gershwin mit eher klassischen Tanzvokabular dargestellt. Virtuos am Klavier: Vesna Podrug, singend Martina Serafin und Muguelangelo Cavalcanti..."

Viktor Fortin
in der Kronen Zeitung am 9.06.1998

 

ENGAGIERT UND MUTIG

Nach dem Konzert von Wladimir Kossjanenko und Vesna Podrug beim Sommerfestival - Splitsko Ljeto 1998 schrieb die kroatische Tageszeitung "Slobodna Dalmacija"

"Das Konzert wurde zu einem der wichtigsten Beiträge des 44. Split - Sommerfestivals und gab den Zuhörern im überfüllten Kloster von St. Franciscus aufregende Momente der Freude, entstanden aus der Wärme der Unmittelbarkeit. Der Auftritt von Wladimir Kossjanenko zeichnete sich zudem durch eine besondere Herausforderung aus: er spielte eine Viola von Pietro Giovanni Mantegazza erbaut 1775 in Milano.

Klänge der unwiederholbarer Schönheit und feinster Subtilität schenkte uns gestern der glänzende Bratschist Wladimir Kossjanenko im sublimem Zusammenspiel mit der Pianistin Vesna Podrug.

Wladimir Kossjanenko, geboren in Alma-Ata, hat in St.Petersburg, Wien und Belgien studiert. Er war als Solist, Kammermusiker und Orchestermitglied in ganz Europa engagiert. Er erhielt In England einen Spezialpreis für seine Interpretation der Chaconne von J.S.Bach sowie auch vom "Perrenoud Fond" in der Schweiz.

Die berühmte Chaconne aus der 2. Partita für Violine solo zeigte den reifen, zuverlässigen und beeindruckenden Musiker. Wladimir Kossjanenko gestaltete die Variationen engagiert und mutig und verlieh ihnen einen diskreten slawischen Charme. Seine subtile Musikalität kam besonders in Schumanns "Märchenbilder, Op. 113" in Zusammenarbeit mit der hervorragenden Pianistin Vesna Podrug zum Ausdruck. Dies war eine schöne Gelegenheit diese junge Künstlerin auch als Duo-Partnerin zu hören.

Denn Vesna Podrug war schon als Schülerin der Musikschule Split (Kl. Professor Gordana Lentic) als Gewinnerin wichtiger Preise bekannt. Nach ihrem Studienabschluss an der Wiener Musikhochschule trat sie als Solistin wie auch in verschiedenen Kammermusikbesetzungen in vielen europäischen Ländern auf.

Für die Pianistin war die Aufgabe eine Heraus- forderung, für uns eine Bereicherung. In den vier bildhaften Sätzen von Schumann kristallisierten sie die Gedanken und Empfindungen des Komponisten klar heraus - ganz besonders mit wunderbaren Pianonuancen im Dialog des letzten Satzes. Eine impressive Aufführung der prachtvollen Hindemith Sonate Op. 11, N 4 bildete den Höhepunkt des Abends. Besonders verzaubernd wirkte die dezente Subtilität, mit der die jungen Künstler wahrhaft alles ausdrückten.

Und am Ende, ein Feuerwerk der populären Bizet-Melodien in Waxmanns "Carmen-Fantasie" (in der Bearbeitung von Michael Kugel).

Begeisterte Zuhörer feierten die Musiker mit riesigem Applaus, die dafür dem Publikum noch Debussy und Kreissler als Zugaben schenkten.

Tatjana ALAJBEG

 

EIN AUFGEHENDER STERN?

Ein Bericht in der Salzkammergut-Zeitung

GMUNDEN. Der Rotary-Club Gmunden gewann für seine musikalische Soiree, zu der auch die Freunde aus Bad Ischl gekommen waren, am 13. März im Renaissancesaal des Landschlosses Orth in Gmunden die blutjunge Pianistin Vesna Podrug aus Split. Präsident Mag. Max Löberbauer hob in seiner Begrüssung besonders hervor, dass dies nicht zuletzt ein Verdienst von Frau Christl Neumann ist, die durch ihre musikalischen Beziehungen und ihren organisatorischen Einsatz die Veranstaltung erst ermöglichte.

An den Anfang ihres Programmes setzte die bei Paul Badura-Skoda seit vier Jahren in Wien Studierende die Klaviersonate in a-Moll, KV 310, von W.A.Mozart. Dieses in Paris entstandene Werk nimmt in jeder Beziehung eine Sonderstellung in Mozarts Sonatenschaffen ein; da sie aber in einigen Tagen auch von Hanns Kann interpretiert werden wird, erfolgt dort eine eingehende Durchleuchtung. Schon im Allegro maestoso stellte die Künstlerin den heroisch-tragischen Charakter des Stückes -einen Kampf mit dem Schicksal ohne Hoffnung und Ergebung - ungemein leidenschaftlich mit stürmischen Phatos klar und präzise, dabei überaus nuanciert, getragen von blendender Technik, heraus. Hier entstand etwas Titanenhaftes, das der auf Beethoven vorausweisenden Werkdisposition vollauf gerecht wurde. Auch das Andante cantabile con espressione verströmte unter den zarten Künstlerhänden Tragik und Leidenschaft von großer Schroff- und Herbheit: Nur das Seitenthema besitzt graziösen Charakter; - ansonsten scheinen schneidende Dissonanzen alles Glück zu zerstören. Ein Meisterwerk stellt das Schuss-Presto dar: In seinem schattenhaften Pendeln zwischen Dur und Moll gelang der Interpretin - trotzt höchster technischer Ansprüche - die Darstellung des Bekentnisses eines einsamen, nur dem Elementaren verpflichteten, schöpferischen Ich! - Eine wirklich beachtliche Leistung zum Einstieg!

In der folgenden (Fantasie-) Sonate. Op.19, von Alexander Skrjabin gelang Vesna Podrug eine absolute Identifikation in extatisch-mystischen Bereichen. Schon das Andante zeigte unverwechselbar slawische Züge in seiner rhapsodischen Anlage mit impressionistischen Passagen, rauschenden Akkordbrecungen und stampfenden Rhythmen in der linken Hand; dem allen werden lyrische Abschnitte mit großem Gefühl gegenübergestellt. Das Presto - ein Furioso russischer, pianistischer Virtuosität - wurde glänzend bewältigt; - ohne die geringste, sichtbare Anstrengung. Eine besondere Pikanterie bildeten die Dur-Moll-Rückungen á la Schubert; die eindrucksvolle Steigerung führte schließlich zum grandiosen Schluß des Werkes, dessen Wiedergabe wie aus einem Guß gelang und gebührend gefeiert wurde.

Nach der Pause folgte mit Robert Schumanns Carnaval, Op.9, ein Oeuvre, das man erst am 24. Jänner d.J. von Naoko Knopp hören konnte. Trotzt einiger Vergreifer in der "Préambule" gestaltete die Künstlerin die einzelnen bunten Bilder entsprechend ihrer Inhalte eindrucksvoll und großartig: Ihre Ausdruckspalette reichte von Bombastik, vornehmer Eleganz, kräftigem Schwung, liebenswerter Verträumtheit, überschäumendem Temperament, Geist und leichtfüßiger Kapriziertheit, tänzender Flatterhaftigkeit, einem Hymnus auf Chopin, spanischen Couleur, und Temperament, duftiger Farbenpracht bis hin zur Vollgriffigkeit des mit viel Glanz und technischer Bravour wiedergegebenen Marsch der "Davidsbündler". Es gelang eine eindrucksvolle Interpretation, die mit rauschendem Applaus bedankt wurde.

Mit dieser auf beachtlich hohem Niveau stehenden Leistung, kann man der 22jährigen Künstlerin eine große Zukunft prophezeien; schade nur, dass dieser erfreuliche Abend nicht einem größerem Auditorium gemacht werden konnte. Als Zugabe präsentierte die bescheiden-sympatische Künstlerin die großartig gespielte Konzertetüde "Il sospiro" ("Der Seufzer") von Franz Liszt.

Dr. S.M in der Salzkammergut-Zeitung am 22.03.1990

 

 

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